Ein WordPress-Thema erstellen – Teil V
von Clemens Gull
Da wir jetzt die Rahmenbedingungen kennen, können wir uns der Startdatei des Themas widmen. Dazu verwenden wir die Startdatei index.php unseres Themas prettyNew. Wir beginnen damit, den von Eclipse eingefügten Code aus der Datei zu entfernen.
<?php phpinfo(); ?>
Es ist guter Programmierstil, am Anfang der Datei oder des Programms einen Kommentarblock einzufügen. In diesem Block sollten die wichtigsten Daten zum folgenden Code stehen. Am Besten schauen wir uns ein Beispiel an.
<?php /***** * Funktion: Startseite des Themas prettyNew * Dateiname: index.php * Autor: Clemens Gull * Version: 1.0 * Erstellt: 25. Juli 2008, 08:05 *****/ ...
Tipp: Die erste Zeile einer PHP-Datei sollte immer der <?php-Tag sein, damit die Anwendung vom PHP-Interpreter richtig erkannt wird.
Kommentare in PHP
Für den weiteren Verlauf der Programmierung ist es sinnvoll, markante Punkte oder schwierige Codezeilen mit einem Kommentar zu versehen. Kommentare werden vom PHP-Interpreter komplett ignoriert. Sie dienen dem Entwickler, um den Code besser lesen zu können. Besonders dann, wenn der Code mehrere Wochen oder Monate nicht bearbeitet wurde, können diese Kommentare den gedanklichen Einstieg sehr erleichtern.
Den Kopfbereich einfügen
Als nächstes fügen wir nach dem Kommentarblock den Kopfbereich unseres Themas mit dem Include-Tag get_header() ein und schließen den Abschnitt des PHP-Codes.
... get_header(); ?> ...
In unserem Template wird also die Datei header.php eingefügt. Würden wir gerne eine Datei header-home.php verwenden, müssten wir den Include-Tag mit einem Parameter aufrufen.
get_header('home');
Dies ist das erste Mal, das wir auf einen Befehl aus Wordpress stoßen. Eigentlich müssen wir uns über den Unterschied zwischen einem Befehl aus PHP und aus Wordpress keine großartigen Gedanken machen. Wenn wir die Befehle und auch die Syntax kennen, ist die Anwendung der beiden Arten exakt gleich. Es berührt uns auch nicht, wie Wordpress diese Arbeit für uns erledigt. Aber falls das nicht der Fall ist, müssen wir erstens wissen, in welcher Dokumentation wir nachschauen. Zweitens gibt es trotzdem einen grundlegenden Unterschied, denn alle Wordpress-Funktionen können von uns angepasst werden.
Obwohl jede Anpassung eines Befehls in Wordpress mit Gefahren verbunden ist, ist sie manchmal notwendig. Denn sobald wir direkt in die Anwendung eingreifen, kann bei einem Update auf die nächste Version unsere Änderungen wieder überschrieben werden. Außerdem kann eine Änderung des Kerns (Core) ungewollte Effekte in anderen Teilen der Anwendung bewirken.
Wordpress ist in der Bezeichnung seiner Befehle leider nicht sehr konsistent. Prinzipiell werden alle Befehle als Funktionen bezeichnet. Dies ist aus Sicht von PHP auch die richtige Benennung, wie wir ja weiter oben gesehen haben. Aber gleichzeitig werden einige dieser Anweisungen auch als Tags bezeichnet.
Der Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen liegt eigentlich nur in der Art der Funktion. Befehle geben normalerweise einen Wert zurück und Tags schreiben das Ergebnis direkt in die HTML-Seite.
Nun verwenden wir einen kurzen HTML-Code als Platzhalter für den Loop, da wir ihn erst am Ende einfügen werden.
... <!-- anfang des inhalts --> <div id="content"> <div id="theLoop"> <p>Hier stehen die einzelnen Posts!</p> </div> </div> <!-- ende des inhalts --> ...
Wie wir sehen, sind auch Kommentare in HTML möglich. Sie beginn mit <!– und enden mit –>. Auch hier sollten wir sie benutzen, da sie uns beim Verstehen, Lesen des Codes und bei der Fehlersuche in der fertigen HTML-Seite helfen.
Dieser Textabschnitt ist dem Buch “PHP für WordPress – Themes und Templates selbst entwickeln” von Clemens Gull entnommen, das im Franzis-Verlag erschienen ist. Sie können es hier direkt bestellen.













[...] letzten Teil des Workshops haben wir uns unter anderem mit dem Loop und dem Kopfbereich unseres Themas beschäftigt. Der [...]