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Der Fahrstuhltest für Webauftritte

von Falk Bauer und Frank Wilmowicz


Bevor Sie mit der Arbeit an Ihrer Internetpräsentation beginnen beherzigen Sie bitte den berühmten Ausspruch des Physiklehrers Prof. Bömmel aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“: „Also wat is en Dampfmaschin? Da stelle mer uns janz dumm.” Das heißt konkret: Vergessen Sie alles, was Computer- und Netzwerkbetreuer zu kostenlosen Softwarepaketen zu sagen haben, mit denen man alles an der Internetpräsentation selbst erstellen und ändern kann.

Legen Sie vorerst alle Designvorschläge, die Ihnen Ihre Werbeagentur auf den Tisch gelegt hat, beiseite – selbst wenn Ihnen die Vorschläge gefallen haben. Denn als erstes müssen Sie Ihren persönlichen „Fahrstuhltest“ machen. Die Ergebnisse brauchen Sie für  die Kontrolle und ständige Überarbeitung Ihrer Internetpräsentation.

Je konkreter und kürzer, desto besser

Stellen Sie sich jetzt bitte vor, Sie steigen in den Fahrstuhl eines neunstöckigen Gebäudes. Im Fahrstuhl steht der Kunde, den Sie schon immer haben wollten. Die Sympathie liegt auf beiden Seiten, denn Sie sind genau der Lieferant, den der Mitfahrer im Fahrstuhl schon immer gesucht hat.

Leider wissen Sie bisher aber beide noch nichts von Ihrer gegenseitigen Traumverbindung. Nutzen Sie also Ihre Chance! Sie haben jetzt im Fahrstuhl einige Augenblicke Zeit, Ihrem Mitfahrer zu erklären, dass Sie genau der Richtige für ihn und sein Unternehmen sind.

Nehmen Sie sich bitte ein Blatt Papier und einen Stift und bringen Sie so kurz wie möglich auf den Punkt:

  • Wer Sie sind
  • Was Sie für den/die Mitfahrer tun werden
  • Warum Sie besser sind als Ihre Mitbewerber
  • Warum es Sie auch in 5 Jahren noch geben wird
  • Kurzum: Warum Sie der Richtige für Ihre(n) Mitfahrer im Fahrstuhl sind.

Ein Beispiel an dieser Stelle: Die Louko Druck GmbH ist eine hoch spezialisierte Bogendruckerei und druckt ausschließlich Cover und Umschläge für Kataloge und Hochglanzmagazine. Richtig schreibt sie auf Ihrer Homepage: „Hochwertiger Bogendruck für Kataloge, Cover,…“. Falsch wäre es, zu schreiben: „… die freundliche Druckerei in Ihrer Nähe“. Warum? Mit dem zweiten Text würden auch Familien angesprochen, die sich gerne T-Shirts für ein Gartenfest drucken lassen wollen. Aber das kann und will diese Druckerei ja gar nicht!

Ziele des Fahrstuhltests

Die Prämisse des Fahrstuhltests klingt einfach, der Test selbst ist aber alles andere als simpel. Jeder kann in persönlichen Gesprächen stundenlang über seine Firma referieren. Wir können Texte schreiben, Firmenphilosophien ausarbeiten und Visionen formulieren. Das alles bringt Sie aber für die spontane Akquise Ihres Fahrstuhlmitfahrers oder eine intuitiv erfassbare Internetpräsentation nur bedingt weiter. Sie haben einfach zu wenig Zeit alles bis ins kleinste Detail zu erklären.

Denken Sie daran, wie Sie selbst surfen: Schnell klickend, überfliegend, wild scrollend und hektisch googelnd. Es gibt Marktumfragen und Studien, die besagen, dass Texte auf Internetpräsentationen überhaupt nicht gelesen werden.

Erinnern Sie sich bitte außerdem, mit welchen Internetpräsentationen Sie sich gerne und ausführlich beschäftigen: Mit solchen, die schnell und intuitiv preisgeben, was sie zu bieten haben. Die Leistungen, Produkte und Informationen kurz und bündig aufgelistet haben. Mit Internetpräsentationen, die Sie neugierig machen und Ihr Interesse wecken.

Genau das ist es, was der Fahrstuhltest erbringen muss: Konkrete Stichpunkte und kurze prägnante Leistungsaussagen, griffige Formulierungen und klare Abgrenzungen. Denn je allgemeiner Sie in blumigen Texten formulieren, dass bei Ihnen „die Kunden im Mittelpunkt stehen“ und „die Mitarbeiter motiviert und zuverlässig sind“, um so mehr laufen Sie Gefahr, dass ein Interessent Ihre Internetpräsentation verlässt, ohne Sie wirklich zu kennen.

Bitte scheuen Sie sich nicht, auch komplexe Zusammenhänge und Produkte mit hohem Erklärungsbedarf zu komprimieren. Denn je exakter Sie sich präsentieren, umso präziser sind auch die Anfragen, die Sie von einem Interessenten über Ihre Internetpräsentation bekommen.

Fazit:
Der Fahrstuhltest ist auch dazu da, die Interessenten auszusortieren, die Sie nicht haben wollen. Haben Sie also den Mut, konkret zu sein und formulieren Sie Ihre Aussagen höflich und bestimmt. Nehmen Sie sich für die Aufgabe des Fahrstuhltests Zeit und Muße.

Dieser Abschnitt ist dem Buch “Der Website-Qualitäts-Check” von Falk Bauer und Frank Wilmowicz entnommen, das im Franzis-Verlag erschienen ist. Sie können das Buch hier direkt bestellen.

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Kommentare

  1. [...] Hier helfen Ihnen zum ersten Mal die Ergebnisse des Fahrstuhltests weiter. [...]

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