Suchmaschinenoptimierung I: Die Textgestaltung
von Steven Broschart
In vielen Diskussion um die richtigen Maßnahmen bei der Suchmaschinenoptimierung tritt das eigentliche „Produkt“, nämlich der Inhalt, in den Hintergrund. Egal, ob es sich dabei um reine Informationen, oder aber um eine Produktbeschreibung handelt. Aus Sicht der Suchmaschinen ist ein stimmiger Kontext sehr entscheidend. Und damit kommen wir direkt zum wichtigsten Aspekt bei der Textgestaltung.
Kontextrelevanz & Keyword-Dichte
Die Formel für die Keyword-Dichte war bis vor kurzem noch der heilige Gral der Suchmaschinenoptimierung. Ein zu häufiges Vorkommen der Schlüsselbegriffe konnte zu Deklassierungen führen, da hierin ein Manipulationsversuch gesehen wurde. Ein zu geringes Vorkommen hemmte allerdings den nötigen Auftrieb.
Suchmaschinen sind heute in der Lage, den Kontext einer Seite zu bewerten. Es ist also möglich, dass Seiten, die den relevanten Begriff kein einziges Mal beinhalten, trotzdem recht gut platziert werden. Diversen Untersuchungen sprechen zwar immer noch für eine bestimmte Häufigkeit des Vorkommens der Schlüsselbegriffe, trotzdem ist dies nicht der einzige Weg nach oben. Sie können auch mit Synonymen oder anderen kontextrelevanten Begriffen im Fließtext sehr erfolgreich sein.
Sie sollten für den praktischen Einsatz folgende Regeln beherzigen:
· Der Fließtext muss im Kontext zum Seitentitel und der jeweiligen Überschrift stehen.
· Konzentration von maximal drei Begriffen je Dokument.
· Innerhalb des Fließtextes auf nicht komplett identische Schreibweise der relevanten Begriffe achten.
· Synonyme verwenden (siehe „Keyword-Analyse“).
· Singular- und Pluralformen verwenden (siehe „Keyword-Analyse“).
· Der Text sollte sich natürlich lesen lassen und nicht künstlich wirken.
Natürlich versucht die Suchmaschine auch hier wieder das Verhalten des Nutzers zu imitieren. Dieser wäre sehr verwundert, wenn er nach einem Klick auf ein Suchergebnis, welches beispielsweise auf ein Konzert-Ticketverkauf hindeutet, plötzlich mit aktuellen Digitalkamera-Angeboten konfrontiert werden würde. Durch die ständig verbesserten Algorithmen gehören solche extremen Szenarien weitgehend der Vergangenheit an. Seiten mit unstimmigen Texten erhalten keine guten Platzierungen mehr.
Für Analysezwecke kann die Bestimmung der Keyword-Dichte dennoch interessant sein. Eine entsprechende Möglichkeit bietet Ihnen das Werkzeug “Suchmaschinenbrille” (www.suchmaschinenbrille.de) über die Option „Wörter“:
Keyworddichte-Ermittlung in der Suchmaschinenbrille
In Zusammenhang mit der Keyword-Dichte hört man auch oft vom Kriterium des Wortabstandes. Zeichnet sich ein guter Text dadurch aus, dass der Schlüsselbegriff in jedem siebten (Ei) Wort verwendet wird? Sicherlich nicht. Der Abstand zweier Wörter bezieht sich lediglich auf die in einer Suchanfrage formulierten Einzelbegriffe. Suchen Sie also beispielsweise nach „Windows Hilfe“, so scheinen die Einträge geeigneter, die diese beiden Begriffe in einem möglichst kurzen Abstand vorweisen können:
Suche nach „Windows Hilfe“
Der Wortabstand ist nur ein Platzierungskriterium von vielen. Es können also durchaus solche Einträge besser platziert sein, deren Wortabstand wesentlich größer ist, als dies bei schlechter platzierten Ergebnissen der Fall ist.
Textmenge
Im täglichen Geschäft bekommt man des öfteren die Frage gestellt, wie viel Text eine für Suchmaschinen optimale Webseite beinhalten muss. Dies lässt sich aber leider nicht so einfach mit einer konkreten Anzahl von Zeichen beantworten.
Gehen Sie zur Beantwortung dieser Frage auch hier wieder aus Sicht des Nutzers vor und fragen Sie sich, wann eine Seite nicht nur eine Daseinsberechtigung hat, sondern auch einen Mehrwert erkennen lässt. Wie viel Text ist dafür notwendig?
Es existieren unterschiedliche Vorgehensweisen bei der Textgestaltung. Sie können einen Absatz als normalen Fließtext verfassen, oder aber auch Kernaussagen in Form einer Liste (Bulletpoints) präsentieren. Letzteres ist nicht nur leichter zu lesen, sondern füllt mit weniger Wörtern auch mehr Raum.
Sprechen wir also von einer Begrenzung nach unten (Mindestmenge), so sollten Sie aus rein optischen Gesichtspunkten drei Viertel eines Bildschirms in Standardauflösung mit sinnvollen, kontextrelevanten Informationen füllen können. Reicht der Text nicht aus, sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie die Informationen nicht in eine andere Seite integrieren können.
Ein ähnlicher Maßstab gilt bei der Begrenzung nach oben (Maximalmenge). Zu lange Texte kommen den Online-Lesegewohnheiten nicht gerade entgegen. Die Frage nach der optimalen Länge kann also zufriedenstellend nur mit den Aspekten der User Experience Optimization beantwortet werden. An dieser Stelle sei aus technischer Sicht deshalb nur noch auf die Empfehlungen zur Dateigröße hingewiesen. Versuchen Sie, die Größe der Datei nicht jenseits der 100KB-Grenze zu bringen.
Im Sinne der Suchmaschinenoptimierung gehören wichtige Inhalte an die oberste Stelle, sodass aus dieser Perspektive eine sehr lange Seite eher als „geistige Verschwendung“ gelten dürfte. Eine logische, sinnvolle Verteilung auf mehrere Dokumente erleichtert es der Suchmaschine, die Bedeutung zu extrahieren. Mit der so erhöhten Anzahl an Dokumenten wird auch noch einem weiteren Ranking-Faktor Rechnung getragen: Der Anzahl indexierter Dokumente.
Dieses Kapitel ist dem “Profibuch Surchmaschinenoptimierung” von Steven Broschart entnommen, das im November 2009 im Franzis-Verlag erscheint.












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